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Wie digital sind Deutschlands Städte?

Im Gesamtranking verteidigt Hamburg seinen Titel knapp: Besondere Stärken weist die Hansestadt in den Bereichen Mobilität und Gesellschaft mit ihren Mobilitätsprojekten im Bereich autonomen Fahrens und Multimodal-Apps sowie mit ihren Bürgerbeteiligungsformaten, Open-Data- und Geodatenportalen auf.

In der Kategorie IT und Telekommunikation zählt die bayerische Landeshauptstadt München schon seit drei Jahren zu den führenden Städten insbesondere im Ausbau von Breitband und Glasfaser. Auch in den Bereichen digitale Infrastruktur und Mobilität kann sie punkten, u. a. mit einem Testfeld für automatisiertes Fahren, und rückt bis auf 0,8 Punkte an Hamburg heran.

Zum ersten Mal schafft es auch Dresden „aufs Treppchen“ und verbessert sich stark im Bereich Energie und Umwelt. Besondere Stärke zeigen sich auch in den Bereichen IT und Kommunikation, Mobilität sowie Gesellschaft: Die Kommune führt Pilotprojekte zur Einführung sicherer digitaler Identitäten durch und verfolgt innovative Mobilitätslösungen, wie z. B. eine Fahrrad-App für eine grüne Welle, Erprobungen von Telematik-Lösungen sowie Tests zum Smart Parking mit IoT-Sensoren.

Führend im Bereich Energie und Umwelt ist Paderborn durch den Einsatz digitaler Technologien. Beispiele hierfür sind ein Pilotprojekt zur intelligenten Baumbewässerung sowie eine Plattform zur effizienten Nutzung und Integration erneuerbarer Energien und der Optimierung der Netzauslastung. Des Weiteren setzt die Kommune verstärkt auf intelligente und adaptive Beleuchtung, Photovoltaikanlagen und einen hohen Anteil an E-Fahrzeugen.

Die Spitzenposition im Bereich IT und Kommunikation erreicht Gelsenkirchen durch eine nahezu flächendeckende Breitbandverfügbarkeit, sehr guten 5G-Netzen von allen großen Telekommunikationsanbietern sowie einem weitreichenden LoRaWAN-Netzwerk. Das „Open Innovation Lab“ als Reallabor zur Beschleunigung der Digitalisierung stellt ein Leuchtturmprojekt für die Stadtentwicklung dar.

Top 20 des Smart City Index 2022 (bitkom)

Zusammengefasst spricht bitkom von folgenden Erfolgsfaktoren für eine Smart City:

  1. Engagierte Stadtpolitik, Innovationsfreude und Risikobereitschaft,
  2. digitale Stadtentwicklungsstrategien,
  3. Bündelung von Smart-City-Kompetenzen in der Stadtverwaltung,
  4. Netzwerke aus lokaler Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft sowie
  5. Beteiligung der Bürger*Innen und Offenheit in der Stadtgesellschaft.

Methodischer Hintergrund

Von April bis Juli 2022 untersuchte Bitkom Research im Auftrag des Bitkom zum vierten Mal die Großstädte Deutschlands. Zum ersten Mal wurden die Städte früh in den Erhebungsprozess einbezogen und gebeten, die Indikatoren zu prüfen und anhand ihrer Vorjahresdaten Änderungen zu kennzeichnen. Anschließend wurden die Daten von einem Expertenteam der Bitkom-Research evaluiert und fehlende Daten nachträglich recherchiert. Untersucht wurden deutsche Großstädte ab 100.000 Einwohner*Innen mithilfe von 36 Indikatoren in 5 Themenbereichen:

36 Indikatoren in 5 Themenbereichen (bitkom)

Weitere Informationen auf der Website des bitkom zum Smart City Index 2022: https://www.bitkom.org/smart-city-index.

Quellen:

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