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Teleoperiertes Fahren als Brückentechnologie für neue Mobilitätsangebote

Autonome Mobilität in ganzheitlicher Form stellt eines der bedeutendsten Zukunftsbilder dar. Aktuell arbeiten viele Firmen an Systemen zur Automatisierung und testen bereits die Technologien auf der Straße. Trotz der Verabschiedung des Gesetzes zum autonomen Fahren in Deutschland, ist ein flächendeckender Regelbetrieb in naher Zukunft nicht denkbar. Noch gibt es zu viele Hürden, die dem futuristisch anmutenden Szenario von vollkommen autonom fahrenden Vehikeln entgegenstehen.

Bis es zu einer Implementierung der Technologie kommt, stellt das teleoperierte Fahren einen möglichen Zwischenschritt dar. Die Brückentechnologie wurde in den letzten zwei Jahren durch ein Start-up in Berlin erprobt, wobei eine Flotte aus 10 Fahrzeugen jeweils durch einen Fahrer gesteuert wird, welcher sich jedoch nicht im Fahrzeug befinet. Die sogenannten Telefahrer sitzen in einem entfernten Gebäude in einem nachgebauten Cocktpit aus Fahrersitz, Lenkrad und Gaspedal und sehen die Umgebung über verschiedene Monitore. Die Kameras zeigen einen 360-Grad-Blick, der mittels 4G-Netz an den Telefahrer übermittelt wird. Das Geschäftsmodell ist als Mischung aus Taxiservice und Leihwagenmodell zu verstehen: Der Kunde kann dabei ein Fahrzeug buchen, welches ferngesteuert vorfährt und die Steuerung an den Kunden übergibt. Nach Ankunft am Zielort und Ausstieg des Kunden, übernimmt der Telefahrer wieder die Steuerung des Fahrzeugs.[1] Durch dieses System werden zukunftsweisende und effiziente Handlungsmöglichkeiten eröffnet, als sie herkömmliche Modelle bieten können.

Die Stadt Hamburg strebt beispielsweise noch im Jahr 2022 ein Projekt an, bei welchem der Telefahr-Mobilitätsservice ohne Sicherheitsfahrer angeboten wird. Durch niedrige Kosten und den Tür-zu-Tür-Service soll die Akzeptanz in der Bevölkerung gestärkt werden: [2]   

„Die elektrische Carsharing-Flotte erschließt in der äußeren Stadt Gebiete, die vom ÖPNV noch nicht vollends erschlossen sind, bietet dadurch eine bequeme, schnelle Alternative zum eigenen Auto und verringert auf diese Weise sowohl Straßenverkehr als auch Lärm- und CO2-Emissionen.“

Anjes Tjarks, Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende [2]

Durch die enge Verzahnung mit dem ÖPNV ergibt sich so eine Schlüsseltechnologie, die insbesondere für Kommunen und kommunale Unternehmen interessant ist und den Weg in eine neue Mobilitätsform aufzeigt.[3]


[1] https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/autonomes-fahren-berliner-start-up-faehrt-seit-zwei-jahren-autos-per-fernsteuerung-durch-berlin/27587376.html?ticket=ST-8837903-Wph3Tq49AsqVoEfZVVOK-ap3 (Online abgerufen: 07.02.2022)

[2] https://www.hamburg.de/bvm/medien/15456758/2021-10-10-bvm-elektrischer-sharing-dienst/ (Online abgerufen: 07.02.2022)

[3] https://www.springerprofessional.de/automatisiertes-fahren/kuenstliche-intelligenz/teleoperiertes-fahren-fuer-carsharing-nutzer-in-hamburg/19745598 (Online abgerufen: 07.02.2022)

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