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Neutrale Rechenzentren und 5G für eine schnellere, digitale Infrastruktur

Autonome und automatisierte Fahrsysteme benötigen und erzeugen große Datenmengen. Dies ist zwar keine Neuheit mehr, jedoch ist es nicht immer einfach die Datenströme fahrzeugintern zu bewältigen. Gerade in Testphasen kann auf Kurzstreckenfahrten bereits ein hohes Maß an Rechenleistung beansprucht werden. Hier werden bereits pro Fahrzeug bis zu vier Terabyte bei einer eineinhalbstündigen Fahrt verzeichnet. Dies entspricht in etwa der Menge an Daten, die rund 3000 Internetnutzer durchschnittlich an einem Tag erzeugen.

Im realen Verkehrsfluss müssen automatisierte und autonome Fahrzeuge in der Lage sein Umgebungsdaten in Echtzeit auszuwerten, um so flexibel in der Routenplanung und schnell sowie vorausschauend in Gefahrensituationen reagieren zu können. Zumeist werden hierfür externe Datenquellen in Form von Netzwerken, wie beispielsweise Verkehrsinformationssysteme, genutzt.

Unterstützung für den schnellstmöglichen Austausch zwischen Automobilunternehmen, digitalen Service-Dienstleistern oder kommunalen Infrastrukturbetreibern sowie für die flexible Abrufbarkeit großer Datenmengen, sollen nun neutrale Rechenzentren bieten. Diese Einheiten zum Verarbeiten und Speichern großer Datenmengen sollen in hoher Stückzahl an verschiedenen Standorten verteilt werden, um so einen schnellen Zugang zum digitalen Ökosystem zu ermöglichen.[1] Auf diesem Wege kann eine neutrale Vernetzung aller Verkehrsakteure sowie Entwicklungen automatisierter und autonomer Mobilität gefördert werden.

Wie bei allen digitalen Technologieneuheiten ist der Datenschutz auch bei der Nutzung neutraler Rechenzentren von großer Bedeutung. Die verteilten Rechenzentren sollen zwar gesicherte Ökosysteme aus einer Cloud oder aus Netzwerken sein, zu einem genauen rechtlichen Rahmen lässt sich derzeit allerdings kaum etwas sagen. Grundsätzlich sollte daher gewährleistet werden, dass Daten vor unerlaubtem Zugriff geschützt bleiben, was bereits im Jahr 2020 mithilfe sogenannter „Colocation-Rechenzentren“ umgesetzt werden sollte. Hierbei konnten Kunden Flächen mieten, auf welche eigene Rechenzentrums-Infrastrukturen implementiert und genutzt werden konnten. Da diese Mietflächen allerdings stark räumlich begrenzt waren, fand das Angebot vor allem in der Testung neuer autonomer und automatisierter Fahrzeuge statt.[2]

Eng verbunden mit der Technologie der Rechenzentren ist das 5G-Netz, das derzeit deutschlandweit ausgebaut wird. Ein großer Vorteil von 5G ist das sogenannte „Network Slicing“, was die Unterteilung des Funknetzes in spezifische Bereiche (virtuelle Netzebenen) beschreibt. Somit kann ein Teil der 5G-Kapazitäten ausschließlich für autonomes Fahren genutzt werden. Diese Unterteilung ermöglicht die schnelle und effiziente Übertragung von sicherheitsrelevanten Daten. Zwar gilt das 5G-Netz als überaus schnell, allerdings kann durch die Integration der Rechenzentren in unmittelbarer Nähe von Verkehrswegen eine noch schnellere Datenverarbeitung und -speicherung erfolgen. Solche Einheiten werden als „Edge- Rechenzentren bezeichnet und können dazu beitragen, eine zukunftsfähige Mobilität auf unseren Straßen zu sichern.[3]

Quellen

[1] https://www.elektroniknet.de/automotive/assistenzsysteme/digitale-schnellstrassen-zur-vernetzten-moblitaet.186820.html

[2] https://digitaleweltmagazin.de/fachbeitrag/autonomes-fahren-beginnt-im-rechenzentrum/

[3] https://www.telekom.com/de/konzern/details/5g-netz-ist-grundlage-fuer-autonomes-fahren-561984

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