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Last-Mile-Ansätze in der Transportlogistik

Der Trend der zunehmenden Digitalisierung zeichnet sich auch im Einzelhandel immer stärker ab und wird nicht zuletzt durch die andauernde Corona-Pandemie verstärkt. Neue Vertriebsformen entstehen als Reaktion auf die stark ansteigende Zahl der Online-Einkäufe in allen Altersschichten. Omnichannel-Lösungen, beispielsweise in Form des „Click & Collect“-Prinzips sowie fulfillment-Tools eröffnen dem Kunden die Möglichkeit jederzeit von jedem Ort Einkäufe zu erledigen. Doch wie kann bei Nicht-Selbstabholung die Ware in Zukunft sicher, schnell und nachhaltig den Endkunden erreichen?

Ein wachsendes Sendungsvolumen bei gleichzeitig stagnierenden bis sinkenden Erlösen, aufgrund von steigenden Retouren- und Mehrfachzustellungen bei geringer Zahlungsbereitschaft des Kunden für die Zustellung, macht ein Umdenken zwingend nötig. Die hinzukommende Bevölkerungszunahme ohne weiteren Ausbau der Verkehrsnetze führt zu einer Güterversorgung von mehr Menschen auf gleichbleibender Fläche. Flächen- und Transportbedarfe steigen im Zuge dessen an. Neue Vertriebsformen, wie Omnichannel-Lösungen führen zu mehr Kurier-Express-Paket (KEP-)Fahrzeugen in Wohngebieten, wodurch wiederum innenstadtnah gelegene Lager und Geschäfte als Zentrum und Quelle des Paketversandes an Bedeutung gewinnen. Nicht zuletzt wächst die Forderung nach lokal emissionsfreien Antrieben zur Reduktion von Umweltbelastungen. Städtische Nutzfahrzeuge können hierbei einen deutlich schnelleren Beitrag zur Energiewende erbringen, als private PKW. Städte und Kommunen sind somit gefordert, durch beispielsweise den Ausbau der Radwegenetze, den Warentransport über Lastenfahrräder attraktiver zu gestalten. [1]

Die Chancen und Herausforderungen sind deutlich: [1]

  • Sendungsbündelungen bei der Auslieferung reduzieren die Fahrtenanzahl
  • Kooperationen in der Stückgutlogistik und der Einsatz von Gebietsspediteuren können zusätzlich unterstützend wirken
  • Logistische Knoten sowie innenstadtnahe Lager- und Umschlagplätze führen zu schnelleren Belieferungen der Läden und des Endkunden
  • Emissionsfreie Antriebe im städtischen Nutzfahrzeugbereich leisten einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz
  • Automatisierung in den Logistikprozessen dient der Personalkostensenkung

Aber bleiben die „Automatisierte Zustellung und autonome Lieferfahrzeuge […] Zukunftsträume“ [1]? Vorstellbar sind teilautonome Systeme, bei welchen der Zusteller selbst erst an einem stadtnahen Treffpunkt in das Fahrzeug zusteigt, welches zuvor automatisiert beladen wurde und autonom fahrend den Treffpunkt erreicht. Autonomes Parken in der City optimiert die Zeit des Zustellers, da das Fahrzeug selbst kürzere Wegstrecken zurücklegt und / oder einen Parkplatz sucht. In Form von Mini-Transportern könnten autonome Kleinwagen Pakete ausliefern, bei welchem sich der Auslieferungsort in einer zufahrts- oder zeitbeschränkten Straße, wie beispielsweise einer Fußgängerzone befindet. Mobile Abholstationen, die bedarfsgerecht (ggf. sogar vom Empfänger selbst) gesteuert werden, könnten zusätzlich Lieferzeit und -ort flexibel anpassen. [2]

Bereits heute gibt es zahlreiche Beispiele, von Zustellrobotern, wie beispielsweise von Hermes, der in Hamburg bis zu zwei Pakete auf einer Strecke von 5-7 km zum Endkunden ausliefert. Allerdings ist die Benutzung einer App auf dem Smartphone nötig, um informiert zu werden, wann der Roboter eintrifft, um mithilfe einer Codeabfrage das Paket anschließend auch entnehmen zu können [2]. Eine weitere Innovation wurde vom Aachener Start-up „DroidDrive“ entwickelt, um den Zusteller bei der Auslieferung zum Endkunden zu unterstützen. Ein selbstfahrendes Gespann von bis zu fünf automatisierten Wagen und einem elektrisch angetriebenen Zugfahrzeug kann einem Zusteller oder einem Fahrrad folgen und über 300 kg Zuladung transportieren [3].

Neben den genannten Beispielen gibt es zahlreiche weitere Entwicklungen auf dem Markt, die Zusteller und Spediteure mit automatisierten Funktionen sowohl bei der Be- und Entladung, als auch beim Transport auf der „letzten Meile“ unterstützen sollen.

Beispiele für Last-Mile-Konzepte in der Transportlogistik:

Literatur:

[1] Agora Verkehrswende (Juni 2020): „Liefern ohne Lasten“ Wie Kommunen und Logistikwirtschaft den städtischen Güterverkehr zukunftsfähig gestalten können

[2] HSBA Hamburg School of Buisniss Administration (2017): „Last-Mile-Logistics Hamburg – Innerstädtische Zustelllogistik“

[3] Gelowitz, S. (2020): „Ducktrain: Aachener Start-up „DroidDrive“ entwickelt Lieferzug“, https://www.automobil-industrie.vogel.de/ducktrain-aachener-start-up-droiddrive-entwickelt-lieferzug-a-936044/

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