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Klassifikation von Verkehrsinfrastruktur für automatisiertes Fahren

Vor kurzem hat camo.nrw über die Gesetzesnovelle in Deutschland berichtet, die es möglich macht, dass automatisierte Fahrzeuge auf SAE-Level 4 auf Deutschlands Verkehrswegen unter bestimmten Voraussetzungen fahren dürfen. 

camo.nrw wies bereits darauf hin, dass neben den technischen und rechtlichen Voraussetzungen, die Reaktion der Menschen, die sich nun zunehmend mit automatisierten Fahrzeugen konfrontiert sehen, nicht außer Acht gelassen werden dürfen. 

Selbstverständlich muss auch die Verkehrsinfrastruktur auf die autonom fahrenden Fahrzeuge vorbereitet werden. Um abschätzen zu können, wie viel Aufwand dazu noch zu betreiben ist, macht es Sinn, sich einen Überblick über den derzeitigen Ausbaustand zu verschaffen: Carreras et al (2018) haben dazu eine fünfstufige Klassifikation (ISA-Level: Infrastructure Support for Automated driving) der Verkehrsinfrastruktur im Rahmen eines EU-Projekts vorgeschlagen.

Klassifikation (ISA-Level: Infrastructure Support for Automated driving) der Verkehrsinfrastruktur

Die ISA-Level für die Verkehrsinfrastruktur sind unabhängig von den SAE-Leveln für die automatisierten Fahrzeuge: Weder benötigt die Vorbereitung der Infrastruktur die Existenz von automatisierten Fahrzeugen, noch benötigen die automatisierten Fahrzeuge eine bestimmte Klasse von Infrastruktur. 

Aber: Das Vorhandensein von entsprechend hochklassiger Infrastruktur wird einerseits dabei helfen, den Verkehr sicherer und das Reisen angenehmer zu gestalten und andererseits die Entwicklung eines reichhaltigen Angebots von automatisierten Fahrzeugen zu beschleunigen. Zusätzlich profitieren auch manuell bediente Fahrzeuge von den zur Verfügung stehenden Daten, da viele der Informationen auch für menschliche Fahrer*innen einen Mehrwert entfalten (z.B. Stauvermeidung, Kraftstoffersparnis).

Bei der Beurteilung der eigenen Infrastruktur ist es aber nicht sinnvoll, das gesamte Streckennetz als eine Einheit zu beurteilen. Stattdessen ist eine Segmentierung des Netzes in Teilstrecken, die entsprechend klassifiziert werden, sinnvoll. So lassen sich im Rahmen von zukünftigen Planungen beispielsweise Strecken mit hohem (automatisierten) Verkehrsaufkommen oder mit hoher Komplexität (z.B. große/komplexe Kreuzungen) oder häufigen Unfällen beim Ausbau priorisieren.

Ein Thema, bei dem das Team von camo.nrw den Kommunen gerne beratend zur Seite steht.

Weitere Informationen zu den ISA-Leveln finden sich im englischsprachigen Artikel: Carreras, A., Daura, X., Erhart, J., & Ruehrup, S. (2018). EU-TP1488.

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