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KI fit machen für die Straße

Anfang Juni ist mit GAIA-X 4 KI (Künstliche Intelligenz) ein weiteres Projekt aus der Mobilitätsdomäne des europäischen Dateninfrastrukturvorhabens GAIA-X gestartet. GAIA-X stellt eine föderierte und sichere Dateninfrastruktur dar, mit dem obersten Ziel Innovation durch digitale Souveränität zu ermöglichen. Hierfür wird ein Ökosystem aufgebaut, das Daten zur Verfügung stellt und teilt, ohne dass Nutzer*Innen die Selbstbestimmung über ihre Daten verlieren. Um dies auf europäischer Ebene zu erreichen, werden nationale GAIA-X Hubs aufgebaut, in welchen Use Cases gesammelt, analysiert und bewertet werden, die als zentrale Anlaufstelle im jeweiligen Land dienen. Bisher gibt es Hubs in 11 europäischen Ländern, die untereinander im ständigen Austausch stehen. Auch in Deutschland gibt es solche Hubs, in welchen die Use-Cases in 9 Domänen unterteilt werden:

  • Agrar
  • Energie
  • Finanzwesen
  • Geoinformation
  • Gesundheit
  • Industrie 4.0/KMU
  • Mobilität
  • Öffentlicher Sektor
  • Smart Living

Mit GAIA-X 4 KI ist nun das erste Projekt aus dem neuen Use Case „Future Mobility“ im Bereich Mobilität gestartet. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 18 Mio. € gefördert und hat eine Laufzeit bis Mitte 2024. Die wissenschaftliche Leitung unterliegt dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Ein Konsortium von insgesamt 16 Partnern baut ein System für Anwendungen mit KI auf. Die Schwerpunkte liegen insbesondere in den Bereichen Verkehr, Digitalisierung, Industrie 4.0 und KI. Im Bereich Verkehr kann die KI helfen, die Umgebung eines Fahrzeugs zu erkennen und zu deuten und eröffnet neue Möglichkeiten der Automatisierung, wie beispielsweise beim automatisierten und vernetzten Fahren.
Es geht darum Daten, welche bei der Planung, dem Bau und auch dem Betrieb von Fahrzeugen anfallen, weiter zu entwickeln und mithilfe von KI nutzbar zu machen. Daten, welche in GAIA-X abgelegt werden, sind „ein Baustein für eine zukünftige digitale Verkehrsinfrastruktur, die eine Art digitalen Zwilling für Verkehrssituationen schafft“ so Frank Köster, Gründungsdirektor des DLR-Instituts für KI-Sicherheit. Werden Ampeln, Spurmarkierungen oder Verkehrszeichen digital korrekt abgebildet, entsteht eine Art virtueller Trainingsraum für KI-Anwendungen. Sie können dort gefahrlos erprobt werden und lernen, um später das vernetzte und autonome Fahren sicher auf die realen Straßen zu bringen.
Da auf KI nicht verzichtet werden kann, wenn automatisiert und vernetzt gefahren werden soll, entwickelt das DLR anwendungsagnostische Lösungsansätze, das heißt solche, deren Ergebnisse auf weitere Projekte übertragbar sind.

Wenn wir den Schwung, den wir jetzt in der Domäne Mobilität haben, schnell in breite Forschung und Entwicklung überführen, werden wir in diesem Jahr mit GAIA-X noch viel erreichen.

Prof. Franz Köster, Gründungsdirektor des DLR-Instituts für KI Sicherheit in Sankt Augustin und Ulm

Nähere Informationen erhalten sie unter:

What is Gaia-X?

Di­gi­ta­ler Trai­nings­raum für die Mo­bi­li­tät von mor­gen

Gaia-X – Eine vernetzte Datenstruktur für ein europäisches digitales Ökosystem

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