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Gesteigerte Akzeptanz für automatisiertes Fahren durch Assistenzsysteme

Dass es für Technologien, wie automatisierte Fahrsysteme, längst ein Bewusstsein in der breiten Bevölkerung gibt, ist kein Geheimnis. Dennoch ist die Akzeptanz solcher zukunftsorientierter Technologien weltweit betrachtet in asiatischen Ländern meist am größten. China und Japan bilden hier die Spitze, wohingegen in westlichen Teilen der Welt eher eine abwartende Haltung vorherrscht. Der Grund dafür scheint das mangelnde Vertrauen vieler Menschen in die Technologie zu sein. Die Kontrolle über das Fahrzeug vollständig an ein automatisiertes System abzugeben, kommt für die meisten Menschen nicht in Frage.

In Deutschland, Frankreich und den USA hat eine Mehrheit der Bevölkerung in Umfragen angegeben, dass sie den neuen Technologien nicht die vollständige Kontrolle über ihr Fahrzeug überlassen wollen. Mehr als die Hälfte der Befragten in den jeweiligen Ländern beschreiben die neuen Systeme als nützlich, aber auch als ein wenig beängstigend. Bei diesen Einschätzungen setzen sich die USA am deutlichsten ab: 75% der Befragten blickten mit Sorge auf dieses Thema. Dieser Wert liegt nicht nur deutlich über dem der Vergleichsländer, sondern ist auch seit 2018 unverändert geblieben.[1]

Ein genereller Mangel an Technologieoffenheit kann den westlichen Ländern allerdings nicht unterstellt werden. Dies zeigt sich unter anderem in der Bereitschaft, Teilaufgaben wie das Einparken vollständig an automatisierte Assistenzsysteme abzugeben oder sich im Verkehr durch diese Technologie unterstützen zu lassen, wie etwa durch einen Abbiegeassistenten.[2]  Vor allem sicherheitsrelevante Assistenten genießen in der Öffentlichkeit z.T. ein hohes Vertrauen. Darüber hinaus sollen Neuwagen ab 2022 verpflichtend mit sicherheitsrelevanten Systemen wie Notbrems- oder Notfall-Spurhalteassistenten ausgestattet werden.[3] Die Hemmschwelle, die Kontrolle vollständig abzugeben, scheint derzeit noch zu hoch, aber die Akzeptanz und das Vertrauen gegenüber automatisierten Assistenzsystemen könnte den Weg für eine gleichwertige Vertrauensbasis zu vollständig selbstfahrenden Systemen ebnen. Dadurch kann die breite Bevölkerung an das automatisierte Fahren herangeführt werden. Indem der Aspekt der Fahrzeugsicherheit über einen längeren Zeitraum mit automatisierten Assistenzsystemen in Verbindung gebracht wird, haben Autofahrer die Chance, ein Verständnis für die Potenziale dieser neuen Technologien zu entwickeln, das notwendig sein könnte, um die Skepsis gegenüber einer vollständigen Abgabe der Kontrolle über das Fahrzeug an vollautonome Systeme abzuschwächen und schließlich vollständig abzubauen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Entwicklung eher schrittweise erfolgen wird. Wie bei vielen derartigen Innovationsprozessen kann eine kurzfristige Umsetzung nicht erzwungen werden, auch wenn bereits gesetzliche Initiativen als Leitplanken vorhanden sind.

Abschließend lässt sich jedoch eines mit Gewissheit sagen: Das Tempo des Wandels hin zu neuen Technologien im öffentlichen Raum mag von Land zu Land unterschiedlich sein, aber wir können nicht davon ausgehen, dass diese Entwicklung stagnieren wird.

Quellen:

[1] https://www.hanser-automotive.de/a/news/hoehere-akzeptanz-fuer-autonomes-fahren-340855

[2] https://www.bustreff.de/busmagazin/studie-assistenzsysteme-und-autonomes-fahren-gewinnen-an-akzeptanz/

[3] https://autorevue.at/ratgeber/verpflichtende-assistenzsysteme

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