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Ergebnisse einer simulierten Verkehrsunfallrekonstruktion deuten auf Überlegenheit automatisierter Fahrzeuge hin

Das amerikanische Unternehmen Waymo, das bereits einen fahrerlosen Taxi-Dienst in Arizona anbietet, hat tödliche Unfälle rekonstruiert und untersucht wie die eigenen, fahrerlosen Fahrzeuge in dieser Situation reagiert hätten. Die Ergebnisse legen nahe, dass fast alle Unfälle hätten vermieden oder zumindest abgeschwächt werden können. 

Die Datenbasis bilden alle Unfälle aus Chandler in Arizona, die zwischen 2008 und 2017 passierten und ein Todesopfer zur Folge hatten. Der Ort wurde bewusst ausgewählt, da er sich im gleichen Raum befindet, in dem Waymo auch seinen fahrerlos operierenden Taxi-Dienst betreiben darf. Das Datenpaket umfasst 72 Unfälle und 91 beteiligte Fahrzeuge, die sich in 52 „Verursacher“ und 39 „Reagierer“ aufteilen lassen. Die Unfälle wurden dabei in folgende Kategorien unterteilt:

KategorieAnteil an Unfällen (in %)
Fahrzeug gegen Fahrzeug28,6
Fahrzeug gegen Motorrad26,4
Fahrzeug gegen Fußgänger18,7
Einzelnes Fahrzeug12,1
Fahrzeug gegen Fahrrad4,4
Fahrzeug gegen LKW4,4
(Einzelnes Motorrad)(5,5)

Die meisten Unfälle ereigneten sich an Kreuzungen und geschahen mit dem Gegenverkehr beim Linksabbiegen. Außerdem wurden beim Linksabbiegen überdurchschnittlich viele Fußgänger und Fahrradfahrer übersehen. Die hohen Aufprallgeschwindigkeiten hatten meist Todesfälle zur Folge.

Für die Simulation wurde eine Methode entworfen, bei der jedes einzelne, beteiligte Fahrzeug (sowohl die Verursacher- als auch die Reagierer) jeweils einmalig durch ein Waymo-Fahrzeug ersetzt wurden.

Können derartige Unfälle durch automatisierte Fahrzeuge vermieden werden?

Die Ergebnisse der Simulation ergaben: 

  • Alle 52 Fälle, in denen das Waymo-Fahrzeug die Rolle des Verursachers übernimmt, wären verhindert worden.
  • 32 der 39 Fälle (82%), in denen das Waymo-Fahrzeug die Rolle des Reagierers übernimmt, wären verhindert worden.
  • Vier der 39 Fälle (10%), in denen lediglich reagiert werden kann, wären abgeschwächt worden und möglicherweise nicht tödlich verlaufen.
  • Bei den verbleibenden drei Fällen (8%) ergäben sich keine Unterschiede. Es handelt sich dabei um Fälle, bei denen das Fahrzeug von einem hinten auffahrenden Fahrzeug getroffen wird.

Die große Mehrheit der Unfälle wurde in den Simulationen durch die strikte Einhaltung der Straßenverkehrsregeln verhindert. Dazu gehört insbesondere das Fahren in der vorgegebenen markierten Fahrspur, keine ruckartigen Bewegungen des Fahrzeugs hervorzurufen und ein vorausschauendes, früheres Abbremsen sowohl in der Verursacher-, als auch in der Reagierer-Rolle. Waymo betont daher die Wichtigkeit der „conflict avoidance action“, also der aktiven Konfliktvermeidung der automatisierten Fahrzeuge im Straßenverkehr. Dies entspricht sinngemäß der passiven Fahrweise, die seit geraumer Zeit auch in Fahrschulen gelehrt wird.

Bei der Bewertung der vorgestellten Ergebnisse sollte jedoch berücksichtigt werden, dass die der Simulation zugrunde liegenden Daten ausschließlich aus Polizeiberichten stammen und eine Vielzahl von Variablen u. U. unbekannt, falsch dokumentiert oder fehlinterpretiert sein könnten. Dennoch deuten die Resultate auf ein hohes Potential automatisierter Fahrzeuge zur Verhinderung von Unfällen und somit der Erhöhung der Verkehrssicherheit hin.

Quelle:

Waymo LLC, John M. Scanlon, Kristofer D. Kusano, Tom Daniel, Christopher Alderson, Alexander Ogle, und Trent Victor. 2021. Waymo Simulated Driving Behavior in Reconstructed Fatal Crashes within an Autonomous Vehicle Operating Domain.

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