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Corona-Pandemie als Innovationstreiber des ÖPNV? Kommunen und Verkehrsbetriebe rüsten sich für die Zukunft!

COVID-19 verändert unser Mobilitätsverhalten: Die meisten Bürger*Innen greifen, sofern möglich, auf Alternativen zu öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Sie steigen auf das Fahrrad oder den eigenen PKW um oder gehen zu Fuß. Eine Umfrage des camo.nrw bei Kommunen und Verkehrsbetrieben in NRW zeigt einen Nachfragerückgang von bis zu 90%; der ÖPNV gilt als Verlierer der Krise.

Doch eine Medaille hat immer zwei Seiten: Den finanziellen Belastungen durch Einnahmeverluste im Ticketverkauf und hohe Ausgaben für Sicherheits- und Hygienevorkehrungen stehen Chancen für Veränderungen und Verbesserungen gegenüber. Schwachstellen können identifiziert und behoben werden, um die Akzeptanz des ÖPNV zu steigern und die Widerstandsfähigkeit für zukünftige Pandemiesituationen zu erhöhen.

Insbesondere in den Bereichen Automatisierung und Digitalisierung identifizieren die befragten Kommunen und Verkehrsbetriebe die Corona-Krise als „Treiber“. Die verloren gegangene Attraktivität des ÖPNV soll beispielsweise durch folgende Maßnahmen zurückgewonnen werden:

  • kontaktloses, einfaches Buchen und Bezahlen über Apps,
  • Auflösung des „Tarifdschungels“,
  • Ausweitung des Mobilitätsangebots, insbesondere mit Blick auf ein optimales, bedarfsgerechtes Angebot unterschiedlicher Verkehrsmittel (Stichwort „inter- und multimodale Reiseketten“),
  • Verbesserung der Fahrgastinformationen sowie
  • Nutzung von Mobilitätsdaten zur Generierung von Mehrwertdiensten.

Die Mehrheit der befragten Kommunen und Verkehrsbetriebe sehen sich dafür nach eigenen Angaben bereits gut aufgestellt:  

  • Der Umsetzungsstand bei digitalen Angeboten wird als „gut“ bezeichnet,
  • die notwendigen Infrastrukturellen Voraussetzungen (z.B. Mobilfunk- / Breitbandausbau, LSU, Sensorik) wurden geschaffen und  
  • konkrete Maßnahmen für die automatisierte und vernetzte Mobilität – insbesondere im On-Demand-Verkehr sowie bei der multimodalen Vernetzung – wurden in nahezu der Hälfte der Kommunen umgesetzt.

Einzelne Kommunen und Verkehrsbetriebe gehen noch einen Schritt weiter, um sich gegen zukünftige Krisen zu wappnen. Sie verfügen über Krisen-Strategien oder Risikomanagement-Systeme, die sie regelmäßig prüfen und aktualisieren.

Mit Blick auf die vergangene Zeit der Corona-Pandemie, haben Kommunen und Verkehrsbetriebe diese nicht nur für Maßnahmen zur kurzfristigen Bewältigung der aktuellen Herausforderungen genutzt. Sie haben darüber hinaus auch Rahmenbedingungen geschaffen, um ihre Aktivitäten in Richtung einer digitalen, vernetzten und automatisierten Zukunft voranzutreiben. Diese „Vorreiter“ sind bereits durch die Anpassung und Aktualisierung ihrer Krisen-Strategien und Risikomanagement-Systeme sehr gut für zukünftige Ausnamesituationen gewappnet. Nun sollten die gesammelten Erfahrungen genutzt werden, um Innovationen voranzutreiben, die Widerstandsfähigkeit zu verstärken, um so schlussendlich die Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten.

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