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Bündnis-Tag Digital 2021 NRW: Inhalte, Erkenntnisse und Ergebnisse

Der Bündnis-Tag NRW wurde erstmals 2019 vom Ministerium für Verkehr des Landes NRW ins Leben gerufen. Er gilt als Plattform für Projekte und Partner in der Mobilität vorwiegend in und aus Nordrhein-Westfahlen. Die Veranstaltung dient dabei vor allem dem Austausch über aktuelle Themen der Mobilitätsbranche.

Hintergründe und Entstehungsgedanken waren dabei vorrangig wirtschaftlicher und sozialer Natur. Zum Einen ist NRW der dichteste Ballungsraum in Deutschland, die Region Rhein-Ruhr allein drittgrößte Metropolregion in Europa. Die Mobilität von Personen und Gütern spielt eine elementare Rolle, stellt das Mobilitätssystem vor enorme Herausforderungen und bietet gleichbedeutende Potentiale. Zum Anderen kommt NRW eine wirtschaftlich bedeutsame Lage als geografisches Drehkreuz innerhalb Zentraleuropas zu. Den positiven Gegebenheiten stehen dabei Herausforderungen, wie beispielsweise die bundesweit bekannte Infrastrukturschwäche, entgegen.

Die vorherrschende Kombination aus Herausforderungen, Stärken, Schwächen und Potentialen soll dafür genutzt werden, die Mobilität in NRW digitalisiert, vernetzt und nachhaltig voran zu treiben. Dabei sollen die Akzeptanz von Verkehrsprojekten erhöht und echte, bundes- und europaweite Innovationsführerschaften erreicht werden.

Der diesjährige Bündnis-Tag Digital 2021 knüpft dazu an die vormalige, erfolgreiche Durchführung an und kann den Erfolg des Formats deutlich steigern. Nach 1.500 Voranmeldungen sind es letztendlich 2.500 zugeschaltete Zuschauer, die mit 70 Fachexperten in 28 Programmpunkten teils in den direkten Austausch treten.

Inhaltlich wurden die Programmpunkte dabei in fünf Kategorien aufgeteilt:

  1. Mobilität vernetzt denken: Besser miteinander vorankommen.
  2. Innovative Konzepte umsetzen: Mobilität „Made in NRW“.
  3. Vorankommen in der Stadt: Mobilität für Menschen machen.
  4. Vorankommen in der Fläche: Regionen besser verbinden.
  5. Karriereziel Mobilitätswirtschaft: Die Branche in Bewegung bringen.

Mobilität vernetzt denken: Besser miteinander vorankommen
In diesem Bereich wurden Thematiken, wie Multimodalität und Mobility-as-a-service, vorgestellt sowie deren Entwicklung und zugehörige Konzepte in NRW behandelt. Zur Einordnung in einen globalen Kontext wurden Vergleiche auf europäischer Ebene sowie mit Amerika und Asien herangezogen.

Innovative Konzepte umsetzen: Mobilität „Made in NRW“
In dieser Kategorie ging es primär um die Vorstellung konkreter (Pilot-)Projekten in NRW. Hierzu gehörten unter anderem folgende interessante Entwicklungen:

  • In Monheim am Rhein sind die deutschlandweit ersten autonomen Kleinbusse im regulären Linienbetrieb im Einsatz.
  • In Duisburg wird intensiv an der Automatisierung von Binnenschiffen und deren Be- und Entladung geforscht.
  • Der über 100 Jahre alte Flughafen Merzbrück bei Aachen, an dem u.a. der ADAC Rettungshubschrauber „Christoph Europa 1“ stationiert ist, wurde zum Forschungsflughafen ausgebaut, um hybride Start- und Landevorgänge zu entwickeln.
  • Die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und der Flugtaxi-Hersteller Lilium haben sich vertraglich darauf verständigt, Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten.
  • Bei Aachen wurde Ende 2020 zwischen Deutschland und den Niederlanden erstmalig ein grenzüberschreitender Flug einer autonom fliegenden Rettungsdrohne gestartet.

Vorankommen in der Stadt: Mobilität für Menschen machen
Im Betrachtungsfokus standen stark urbanisierte Gebiete und die großen Städte NRWs. Übergeordnet wurde hier die Frage nach der zukünftigen Entwicklung von Städten gestellt, wie sich urbane Mobilität neu ordnen und der städtische Verkehr sich dadurch entlasten lässt.

Vorankommen in der Fläche: Regionen besser verbinden
Nicht nur Entwicklungen und Trends in städtischen, sondern auch in ländlichen Regionen wurden vorgestellt. Dabei stand die Frage nach der besseren Vernetzung und Verbindung ländlicher Regionen im Zentrum. So haben digital buchbare eTarife mehrere Praxistests bestanden und werden Ende 2021 zum landesweiten eTarif ohne Verbundgrenzen ausgerollt. Eine weitere erfreuliche Entwicklung stellt der Start des Projekts „Brain Train“ dar. Zwischen Jülich und Linnich soll dabei frühestens 2022 der Testbetrieb eines autonom fahrenden Zuges beginnen.

Karriereziel Mobilitätswirtschaft: Die Branche in Bewegung bringen
Die zunehmende Attraktivität des Mobilitätssektors lockt viele Menschen zu einer Karriere in diesem Bereich. Orientierung und Anknüpfungspunkte hierfür wurden in dieser Kategorie vorgestellt.

Insgesamt bot die Veranstaltung ein breites Spektrum interessanter Informationen über aktuelle Entwicklungen der Mobilität von Waren und Personen in NRW und konnte die Stellung als zentrale Plattform des Landes weiter festigen.

Die Kernbotschaft lautet:
In NRW passiert viel! In verschiedenen Bereichen kann man von echten Modell- und Zukunftsregionen sprechen. Dabei steht die Nutzbarmachung der Innovationen und Technologien für die Menschen in NRW an erster Stelle.

Die Highlights der Veranstaltung wurden in dem nachfolgenden Video zusammengefasst:

Bündnis-Tag Digital Highlights von Bündnis für Mobilität auf Vimeo.

In der Mediathek des Veranstalters können Sie sich zudem alle Beiträge, Themen und Diskussionen der Veranstaltung noch einmal anschauen: https://www.buendnis-tag.nrw/mediathek.html

Quellen:

Ministerium für Verkehr des Landes Norrhein-Westfalen. 2021. „Nordrhein-Westfalen präsentiert sich als Modellregion für Mobilität der Zukunft“. Abgerufen 22. Februar 2021 (https://www.vm.nrw.de/presse/pressemitteilungen/Archiv-des-VM-2021/2021_02_10_Nordrhein-Westfalen-praesentiert-sich-als-Modellregion-fuer-Mobilitaet-der-Zukunft/index.php).

Ministerium für Verkehr des Landes Norrhein-Westfalen. 2021. „Bündnis-Tag Digital: Miteinander vorankommen“. Abgerufen 22. Februar 2021 (https://www.buendnis-tag.nrw/mediathek.html).

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