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Automated Valet Parking am Flughafen Stuttgart

Parkhaus

In großen, unübersichtlichen und oftmals gut besuchten Parkhäusern tritt täglich ein bekanntes Problem auf. Besonders an Bahnhöfen und Flughäfen muss unter Zeitdruck im Parkhaus durch enge Wege manövriert und ein Parkplatz gefunden werden. Im Durchschnitt benötigt man in Großstädten 10 Minuten um einen Parkplatz zu finden, wobei der Fahrer dabei bis zu 4,5km zurücklegt. In den vergangenen Jahren haben dabei Rangierunfälle zugenommen und machen 40% aller Unfälle mit Sachschaden aus, was aufgrund der oftmals verbauten Sensorik in den Fahrzeugen zu finanziell hohen Schäden führt [1].            

Mit dem Automated Valet Parking (AVP) gehört diese Problematik der Vergangenheit an und ermöglicht ein angenehmes, zeitsparendes Abstellen des Fahrzeugs. Der Fahrer kann das Fahrzeug an einer „Drop-off-Area“ verlassen und den Stellplatz per Smartphone zuweisen. Der PKW wird fahrerlos an dem dafür vorgesehenen Ort abgestellt und kann auf digitalen Zuruf wieder geordert werden.

Ein zukunftsweisendes Projekt ist im Oktober 2020 am Flughafen Stuttgart an den Start gegangen. Ein Konsortium aus den Firmen Bosch, Mercedes-Benz und dem Parkraumbetreiber Apcoa will die Nutzung eines AVP im weltweit ersten Serienbetrieb umsetzen. Da bisher nur die aktuelle Mercedes-Benz S-Klasse (SAE-Level 4) mit der notwendigen Technik ausgestattet ist, beschränkt sich die Nutzung des Zusammenspiels von Fahrzeug und Infrastrukturtechnik auf einen eingeschränkten Erprobungskreis [2]. Anders als bei vorherigen Testversuchen, wird in Stuttgart auf teure Lidar-Sensoren verzichtet. Stattdessen bestimmen ca. 180 an der Decke montierte Kameras rund zehn Mal pro Sekunde die exakte Position des Fahrzeugs. Die Daten werden an einen Server im Parkhaus übermittelt, der wiederum per Wlan die notwendigen Fahrbefehle an das Auto weiterleitet. Mögliche Gegenstände, welche den Fahrweg blockieren würden, können durch eine spezielle Bodenbeschichtung von den Kameras erkannt werden. Zur Beseitigung wird das lokale Personal umgehend automatisch informiert [3].

Die sich an das AVP anschließenden Möglichkeiten liegen nah: Neben der Reduzierung von Parkschäden und der Zeitersparnis, sind fahrzeugbezogene Dienstleistungen ohne den Fahrer durchzuführen. So kann das Auto in dem Parkhaus fahrerlos zum Reifenwechsel oder zur Autowäsche rollen und anschließend wieder automatisch die ursprüngliche Parkposition einnehmen. Die Parkplatzbetreiber sind zusätzlich in der Lage ca. 20% mehr Fahrzeuge unterzubringen, da Abstände zwischen den Türen zum Ein- und Ausstieg nicht mehr notwendig sind. Ebenfalls sind Flächen nutzbar, die sonst zu dunkel, eng oder weit entfernt wären [1].

Um das vollautomatisierte Parken in Zukunft an weiteren Orten durchzuführen, muss jedoch neben den Fahrzeugen auch die Infrastruktur in Parkhäusern angepasst und rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden [2].

Literatur:

[1] Bautechnik 94, Heft 5 (2017): Connected Parking, S. 313-318

[2] https://www.daimler.com/innovation/case/autonomous/fahrerlos-geparkt.html

[3] https://www.auto-motor-und-sport.de/tech-zukunft/mobilitaetsservices/automated-valet-parking-flughafen-stuttgart-s-klasse/

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