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Akzeptanz per Design?

In einem kürzlich im International Journal of Human Computer Interaction veröffentlichten Artikel (https://doi.org/10.1080/10447318.2020.1860517) des CAMO-Forschers Henrik Detjen aus dem Team von Prof. Dr. Stefan Geisler werden die Herausforderungen im Übergang vom heutigen zum autonomen Fahren (SAE Stufen 3-5) aus Sicht des menschlichen Fahrers beleuchtet. Dabei werden fünf Problemfelder identifiziert, die sowohl die Nutzung als auch das Design zukünftiger Fahrzeuge entscheidend beeinflussen werden. 

Informationssicherheit & Datenschutz

Worum geht es? Die Fahrzeugsicherheit wird immer kritischer. Mit zunehmender Integration unterschiedlicher Hard- und Softwarekomponenten, steigt auch die Zahl der möglichen Angriffe.

Beispiel: Viele der heutigen Funk-Schließsysteme sind leicht zu hacken und es gäbe sicherere Lösungen wie einen zusätzlichen Fingerabdruck-Mechanismus am Türöffner. Dieser Mechanismus bedeutet auch jedes Mal bei der Türöffnung einen zusätzlichen Aufwand für den Benutzer und erhöht die Systemkomplexität. 

Ziel: Es gilt zukünftig ein gesundes Maß zwischen Sicherheit und Bedienbarkeit zu finden.

Vertrauen & Transparenz der Automatisierung

Worum geht es? Vertrauen zwischen Mensch und automatisierten Systemen/Maschinen ist nicht gleichzusetzen mit dem Vertrauen unter Menschen. 

Beispiel: Das Vertrauen in die Automatisierung hängt mehr von der Nützlichkeit und der Leistung der Maschine ab. Menschen über- oder unterschätzten die Leistung eines Systems jedoch leicht, was zur unsachgemäßen Bedienung des Systems führt.

Ziel: Klare Kommunikation von aktuellen und zukünftigen Systemzuständen, insbesondere von Unsicherheiten bzw. Systemgrenzen.

Verkehrssicherheit & Fahrfähigkeit

Worum geht es? Zukünftige Fahrer werden weniger häufig aktiv am Steuer sein. 

Beispiel: Der Übergang vom automatisierten in den manuellen Fahrmodus setzt voraus, dass der Fahrer die Verkehrssituation genau einschätzen kann. Je weniger Zeit für die Einschätzung zur Verfügung steht, umso kritischer ist eine solche Übernahme.

Ziel: Entwicklung von Systemen zur Erhaltung der Fahrfähigkeit und zur Verbesserung der Übergänge zwischen manuellem und automatisiertem Fahrmodus.

Kompetenz & Kontrolle 

Worum geht es? Das menschliche Bedürfnis nach Kompetenz und Autonomie bedingt, dass Fahrzeuge auch in Zukunft kontrollierbar sein müssen.

Beispiel: Das automatisierte Fahrzeug benötigt die eindeutige Angabe einer Zieladresse. Manchmal möchte man jedoch “hinter der nächsten Bushaltestelle rechts anhalten“.

Ziel: Entwicklung von einfachen und komfortablen Steuerungsmechanismen wie beispielsweise Sprachsteuerungen für kurzfristige Fahreingriffe.

Positive Erfahrungen

Worum geht es? Automatisierung ermöglicht die Nutzung von Mobilitätsangeboten jenseits der reinen Beförderung von A nach B.

Beispiel: Unterwegs zur Arbeit kann während der Fahrt mit einem autonomen Fahrzeug ein Buch gelesen oder bereits erste Aufgaben erledigt werden.

Ziel: Positive Erfahrungen mit autonomen Fahrzeugen schaffen: Durch individuelle Anpassung an Unterhaltungs- und Produktivitätsbedürfnisse der Benutzer. 

Falls Sie tiefergehendes Interesse an aktuellen Forschungsarbeiten, die sich mit innovativen Lösungen zu den eben beschriebenen Herausforderungen für das Fahrzeugdesign beschäftigen, können wir Ihnen den vollständigen Artikel gerne auf Anfrage zusenden. 

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